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Am 16. September 1944, gegen 16:52Uhr flogen die amerikanischen Jagdpiloten Grant L. Jones und Captain Gerard W. Rooney einen Angriff auf einen stehenden Zug südlich von Bassum, bei Eschenhausen. Doch dieser stehende Zug, der von hohen Bäumen beiderseits der Eisenbahnlinie flankiert wurde, war eine geschickte Falle der Deutschen. Die Eisenbahnlinie liegt zudem in einer langen Senke, so dass man die Eisenbahn nur von vorne oder hinten angreifen kann und ein seitlicher Angriff, auf die Lok ausgeschlossen ist. Um den stehenden Zug herum hatten die Deutschen mehrere Flugabwehrkanonen in Stellung gebracht.

Als nun Lt. Jones seinen Angriff auf die Eisenbahn flog, wurde er von den Flugabwehrgeschossen der Deutschen getroffen, laut Augenzeugen die ihn nach dem Absturz gesehen haben, hatte er einen Durchschuss im Oberkörper. Der Pilot versuchte noch das Flugzeug hochzureissen, durchschlug dabei aber den Giebel eines an der Bahn stehenden Hauses. Er kippte danach ab und rammte zwei dahinter stehende Ahornbäume. Das Flugzeug klatschte Bauchlinks auf den dahinter liegenden Acker, der Motor riss heraus und rollte vor dem Flugzeug her. Das Flugzeug selber, rutschte noch ca. 150 Meter das Feld herunter. Die Augenzeugen erzählten, das die Anwohner sich Benzin abzapften und alles mitnahmen was sie tragen konnten: Den Fallschirm, Decken usw…

Kurioser Weise schreibt Captain Rooney nach seiner Landung, in seinem „Statement-Report“, das er glaubte, sie hätten einen Zug bei Celle angegriffen, dabei war es Bassum! Ein Bergungstrupp des Flughafens Vechta barg das Flugzeugwrack und beerdigte den amerikanischen Piloten am 20. September 1944 auf dem Kriegsgefangenenfriedhof in Vechta. Der Motor und das Spornrad des Flugzeugs wurden zu einer Sammelstelle für feindliche Ausrüstungsgegenstände nach Berlin-Adlershof gebracht.

Der Bassumer Ortsvorsteher Herr Rajf wollte über diesen Flugzeugabsturz mehr wissen und brachte einen Artikel im Diepholzer Kreisblatt. Wo er fragte, ob jemand etwas genaueres über den Absturz wisse. Darauf meldete sich Werner Oeltjebruns der Vorsitzende des Vereins: "Flieger, Flugzeuge, Schicksale" aus Wardenburg. Als der Suchtermin stand, beschlossen wir uns dort zu treffen, zusammen mit dem privaten Archivar Jens-Michael Brandes aus Verden (Fliegerschicksale.de) Als wir am 24.09.2009, also fast auf den Tag genau 65 Jahre später nach den Resten des Unglücks suchten, fanden wir in der verlängerten Linie des Hauses, das der amerikanische Pilot damals gerammt hatte, auf dem Acker massenhaft Munition, die aus den Tragflächen der Maschine gefallen war. Das Flugzeug ist also aufgeschlagen und dabei sind die Munitionskästen, der in den Tragflächen befindlichen Maschinenkanonen, aufgegangen. So das er sämtliche Munition bei seiner Rutschfahrt verteilt hat. Die Richtung der gefundenen Munition zeigte auch an die Stelle, die von den Augenzeugen als Fundstelle des abgerissenen Motors gezeigt wurde.


Quelle:

MACR 9012
Augenzeugen vor Ort
Fundstellenmelder: Matthias Zeisler

Blick nach Westen, Lt. Jones traf das rot-geklinkerte Haus in der Bildmitte...


...und rutsche in östlicher Richtung über den Acker bis hin zu den Büschen.


Neben massenhaft zerstörter Munition und Blechfetzen...


...fanden sich wie auf jedem Fäkalienacker: eine Münze, der Gefässfuss von einem Grapen, div. Knöpfe, eine Hundemarke und eine Schuhschnalle.


Das Ganze kam noch ins Diepholzer Kreisblatt.


Anschliessend sind wir noch zu der Absturzstelle eines amerikanischen Bombers gefahren.