Ausgrabungen Stadt Bremen

 Ausgrabung Adamspforte

Von 2004 bis 2007 wurde bei Bauarbeiten für die Anbindung der Bremer Überseestadt und den Neuanschluss der B75 im Bereich der Adamspforte ein Teil des Bremer Stadtgrabens angegraben. Teilweise wurde der angefallene Aushub im Bereich des Hafens abgekippt und gesondert gelagert. Der Aushub wurde mit dem Metalldetektor abgesucht. Nicht mit anderem Bauschutt vermengter Abraum wurde durchgesiebt. Neben großer Menge Keramik, Textilien, Lederresten und organischem Material wurden entsprechend viele Metallteile aus der Zeit des 16./17. Jhs. gefunden. Unter anderem Münzen, Messer, Buchschließen, Schlüssel, Beschläge, Vorhängeschlösser, Waffenteile, Schmuck und Plomben.

Ausgrabung Teerhof

Anlässlich der Errichtung des neuen Firmensitzes der Reederei Beluga wurde baubegleitend auf dem Teerhof eine Ausgrabung notwendig. Für die doppelstöckige Tiefgarage musste eine teilweise über acht Meter tiefe Baugrube auf einer riesigen Fläche ausgegraben werden. Da es aufgrund des großen Zeitdrucks und der rasant fortschreitenden Bauarbeiten kaum möglich war, die anfallende Verfüllung sorgfältig zu durchsuchen, wurde der Abraum noch nach dem Abtransport an seinen weiteren Bestimmungsort abgesucht. Ein Großteil wurde im Raum OHZ zur Auffüllung einer alten Sandgrube oder im Bereich der Verbindungstrasse nach Delmenhorst zum Auffüllen eines Lärmschutzwalles benutzt. Trotz der streckenmäßig sehr schwierigen Suchsituation konnten viele besondere Funde gesichert werden. Zum Beispiel wurden Unmengen von Tuchplomben des 17. Jahrhunderts gefunden, der z.Zt. größte archäologische Fundkomplex dieser Epoche in Deutschland. Ansonsten alles Mögliche an Alltagsgegenständen zwischen ca. 1500 und 1700. Dochtscheren, Schnallen, Messer, Münzen und eimerweise sonstige Metallgegenstände.

Die Reste des Godentores, Bestandteil der Burganlage "Braut" gebaut 1522 bis 1531. Die "Braut" wurde später als Pulverturm genutzt. 1739 ist ein Blitz eingeschlagen, durch die nachfolgende Explosion wurden die meterdicken Wände zerstört. 32 Menschen starben damals durch die brennenden Trümmer.

Grabung auf dem Liebfrauenkirchhof 2010

An einer Stelle hatte sich das Marktpflaster auf dem Liebfrauenkirchhof abgesenkt und es wurde nötig, der Ursache auf den Grund zu gehen. Dazu wurde ein ca. 3x5 Meter Schacht angelegt.  Da es sich bei der „Unser Lieben Frauen“ Kirche um die älteste Stadtkirche Bremens und um ein Bestattungsplatz handelt, war es nicht verwunderlich, dass dabei menschliche Skelettreste zu Tage kamen. Der Landesarchäologie Bremen bot sich nun die Möglichkeit, die dicht liegenden Gräber zu untersuchen und damit in einen ca. 1000 Jahre währenden „Bestattungszeitraum“ Einblick zu bekommen. Da der Kirchhof nicht nur als Friedhof, sondern gleichzeitig als Marktplatz genutzt wurde, konnten nicht nur die Reste der Bestattungen, sondern auch Dinge des täglichen Lebens geborgen werden. Darunter waren unter anderem Nägel, Beschläge, Stecknadeln, Bronzedraht, Schmuck, Reste von der Perlenherstellung, Münzen, Musketenkugeln, Knochenwürfel, Keramik- und Glasgefäßscherben. Diese wurden hauptsächlich durch Feinsieben und unterstützend durch Absuchen des Aushubs  mit der Metallsonde gefunden. Der Aushub wurde teilweise durch das Stadtamt Bremen zwischengelagert. Die Suche auf dem Betriebshof wurde durch die sehr freundliche Mitarbeit ermöglicht.

 

Archäologie & Sondengänger

Erfolgreiche Zusammenarbeit in Bremen

 


Mit freundlicher Genehmigung von Jochen Reifenrath