Ausgrabung Vechta - Kapitelplatz


Den ersten Kontakt mit der beauftragten Grabungsfirma „denkmal3D“ habe ich durch einen Zeitungsartikel erhalten. Als ich mich bei dem Direktor des „Museums Im Zeughaus“ meldete und meine Dienste als Sondengänger anbot, verwies dieser mich an die untere Denkmalschutzbehörde in Vechta. Nach einem Gespräch, welches ich wenige Tage später mit dem zuständigen Beamten führte, stellte mich dieser den Geschäftsführern der Grabungsfirma vor. So kam ich zu der ehrenamtlichen Aufgabe, die Grabung als Sondengänger zu begleiten. Ein paar Monate später kamen noch einige Sondengänger der IG dazu. Beim Bau der Tiefgarage, am Kapitelplatz, wurden begleitend archäologische Ausgrabungen durchgeführt. Diese Ausgrabungen werden wiederum auf der Baustelle und im Abraum des ausgebaggerten Erdreiches von uns Sondengängern nach metallischen Gegenständen abgesucht. Die freigelegten Flächen weisen eine Garteninsel, den Burggraben mit einem Stauwehr, verschiedene Brunnen und einen eingestürzten Turm der Burg aus dem 11. bis 16. Jahrhundert auf. Den größten Teil der ausgehobenen Fläche bildete ein See ohne Funden.

Neben Metall-, Keramik-, Glas- und  Knochenfunden, die von Sondengängern und auch von Grabungshelfern und Archäologen gemacht wurden, sind Boden Unterscheidungen, Holzplanken und Pfähle sowie Ziegelsteine und behauener Sandstein Zeugen einer bewohnten Befestigungsanlage. Die meisten gemachten Funde sind aus dem 30 jährigen Krieg, da die Burg um 1689 komplett abgerissen wurde und das noch brauchbare Material bei der Erichtung der Zitadelle mit verwendet wurde.

Ein Abschlußbericht der Grabung liegt noch nicht vor.

Das Museum im Zeughaus hat einige Fundstücke bis zum 1.11.2010 ausgestellt und auch die Geschichte der Burg und der späteren Zitadelle wird hier sehr anschaulich erklärt.

Nach der Restaurierung und Konservierung der Funde ist eine Dauerausstellung geplant.

Ralf Lampe