Prospektion in der Kalkrieser Niewedder-Senke

Ein Sondengänger – Traum geht in Erfüllung:

Die Suche in der Kalkrieser Niewedder-Senke ist wohl ein heimlicher Traum eines jeden aktiven Sondengängers.

 

Am Donnerstag den 07.10.2010 mittags um 13:00Uhr ist es endlich soweit. Es treffen sich die Teilnehmer der „Detektorengruppe Schleswig – Holstein“ und der erste Teil der „Sondengänger Hunte – Weser“ Gruppe mit dem Prospektionstechniker Klaus Fehrs, dem Grabungstechniker Axel Thiele und dem Vermessungstechniker Dipl.Ing. Wolfgang Remme.

Einweisung der ersten Gruppe (Detektorgruppe Schleswig - Holstein und 1. Teilgruppe IG Sondengänger Hunte - Weser), am Donnerstag, durch Klaus Fehrs.

 

Unser Manfred machte gleich in seinem ersten Quadranten den ersten spektakulären Fund: einen römischen Denar des Augustus mit dem Motiv der Zwillinge Caius & Lucius. Diese Fundmeldung ging wie ein Lauffeuer durch die abgesteckten Quadranten. Jedoch kamen neben annähernd 100 neuzeitlichen Münzen und weiteren neuzeitlichen Utensilien, (u.a. eine bronzene, versilberte Jakobsmuschel die sich wohl als Pilgerabzeichen herausstellen wird) kein weiteres sofort als römisch zu erkennendes Fundstück.

 

Am Freitag fand Martin von den Holsteiner Suchern ein bronzezeitliches Flachbeil. Es fanden sich wiederum viele neuzeitliche Münzen und neuzeitlicher Zierrat.

 

Der Samstag stand ganz im gegenseitigen kennen lernen, der einzelnen Sucher untereinander.

Bis 11.00 Uhr reisten die Teilnehmer der “Ostfalensucher” und der 2te Teil der “Sondengänger Hunte-Weser” Gruppe an.

 

Aber der Tag begann für die ersten Teilnehmer, als Besucher, im Büro von Klaus Fehrs. Dort wurden ihnen verschiedene Fundstreuungskarten gezeigt und vorgestellt wie die eingemessenen Fundpunkte in die Karten übertragen werden.

 

Anschließend stand noch ein Versuch an, wie sich römisches Eisen im Gegensatz zu neuzeitlichen Eisen, bei modernen Detektoren verhält. Klaus fand den Museumsspielplatz als angemessenen Platz zum testen.

Jedoch weiß jeder routinierte Sondengänger was ein Spielplatz verborgen hält. So war die allgemeine Reaktion der meisten Sondengänger: Gerät an und auf Euro-Jagd! Klaus wusste nicht wie ihm geschah, die ganze Meute stürzte sich bewaffnet mit ihren Detektoren auf den Spielplatz. Es wurden in ca. 15 min. über 50 Euro in Kleingeld gefunden! (Was zeigt das unsere Kiddys mit zu viel Geld in den Taschen herumlaufen!) Erst nachdem der Spielplatz “sauber” war konnten die Vergleichtests angestellt werden.

 

Danach gab es im Vortragsraum verschiedene Vorträge über das Schlachtfeld in Kalkriese. Über die ersten Funde, über verschiedene Grabungsschnitte, usw… Was mit großem Interesse unsererseits verfolgt wurde.

 

Nach einer Diskussionsrunde war der offizielle Teil des Tages beendet und die Detektorgruppe Schleswig-Holstein trat den Heimweg an.

 

Abends in geselliger Runde mit den Ostfahlensuchern, Herrn Dr. Rost, Frau Dr. Wilbers-Rost und Klaus Fehrs, Jamila, Stephan, Volker, Hannes & Manfred wurde noch weiterhin viel diskutiert.

Zur fortgeschrittenen Stunde wurde dann der „Running-Gag“ der weiteren Prospektionstage schlechthin geprägt: Glücksrad:                 „Ich kaufe ein „A“... und möchte lösen! ...          -“Bockwurst"

 

Der Sonntag startete wieder mit der Einweisung der Prospektion durch Klaus Fehrs für die Teilnehmer der IG Ostfalensucher und der zweiten Gruppe der IG Sondengänger Hunte – Weser.

Einweisung der zweiten Gruppe (IG Ostfalensucher und 2. Teilgruppe IG Sondengänger Hunte - Weser), am Sonntag, auf der Mitte des Feldes.

 

Gleich in der ersten Stunde brachte Michael von den Ostfalensuchern eine große Silbermünze aus der Zeit, vor dem 30jährigen Krieg, ans Tageslicht. Es fanden sich im Laufe des Tages ein halbes römisches As (der glückliche Finder war wieder Manfred) welches als solches kaum noch anzusprechen war, zwei mittelalterliche Ringfibeln und wieder etliche neuzeitliche Münzen und weitere neuzeitliche Gebrauchsgegenstände.

 

 Montag war leider schon der letzte Tag dieses „Wahnsinns – Happenings“. Wir schafften es bis ca. 15:30Uhr auch die letzten abgesteckten Quadranten des gewaltigen 16ha großen Ackers abzusuchen.

Neben den zu erwartenden neuzeitlichen Münzen fand Volker ein weiteres halbes As (welches sich als solches, bei der Begutachtung in der Restauration bewiesen hat), eine mittelalterliche Schnalle sowie ein spätmittelalterlicher Fürspan.

Danach fuhren wir zurück ins Museum und ließen uns dort die Restaurations – Werkstatt und einige schöne, restaurierte Funde zeigen. Damit endete dieses tolle Wochenende…

Abschliessend kann gesagt werden, dass es sich bei der größten Gruppe, innerhalb der gefundenen Münzen, um Stadtprägungen aus Osnabrück handelt.

Nochmal möchten wir, ganz herzlich,  unserem Stolti danken, der sich die ganzen 5 Tage buchstäblich "den Arsch aufgerissen" hat, um alles zu dokumentieren, sprich zu filmen und zu fotografieren. Und das alles neben der Sucherei...

 

Die "Schlacht" in Kalkriese